Nicht nur einmal: Jugendliche kehren auf Bildungsreise nach Auschwitz zurück
In den Faschingsferien 2026 hat sich erneut eine Gruppe Jugendlicher des Don Bosco Zentrums Regensburg auf den Weg nach Oświęcim gemacht – mit einem Ziel, das weit über „Geschichte anschauen“ hinausgeht: verstehen, nachfragen, einordnen. Besonders bemerkenswert: Einige Jugendliche waren bereits bei einer früheren Fahrt dabei und wollten ganz bewusst ein zweites Mal mitfahren. Ihre Begründung war schlicht und stark: Es gebe unendlich viel, was man noch lernen und begreifen wolle.
Wenn aus Eindrücken Fragen werden
Der erste Besuch eines Ortes wie der KZ-Gedenkstätte Auschwitz ist für viele überwältigend. Beim zweiten Mal geschieht oft etwas anderes: Aus dem ersten Schock werden Fragen – und aus Fragen wird vertiefte Auseinandersetzung. Genau das beschrieben die Jugendlichen nach der Rückkehr: Beim erneuten Besuch hätten sie Zusammenhänge klarer gesehen, Details bewusster wahrgenommen und vieles anders eingeordnet. Mehrere Teilnehmende sagten sinngemäß, sie hätten erst jetzt wirklich gespürt, wie groß dieses Thema ist – und wie viel Verantwortung darin liegt, nicht wegzuschauen.
Politische Bildung, die nicht endet, wenn man heimfährt
Die Reise war auch 2026 Teil der politischen Bildung bei Don Bosco Regensburg. Die Auseinandersetzung mit den Mechanismen von Ausgrenzung, Entrechtung und Entmenschlichung führt unweigerlich zur Gegenwart: Was bedeutet Demokratie konkret? Wie entstehen Feindbilder? Wo beginnt Gleichgültigkeit – und wo fängt Zivilcourage an?
Ein Prozess, der weitergeht
Wie schon nach früheren Fahrten soll auch diese Reise nicht „abgehakt“ werden. Die Jugendlichen nehmen ihre Eindrücke mit zurück nach Regensburg – in Gespräche, in Projekte, in den Alltag. Denn Erinnerungskultur ist kein einmaliger Termin. Sie ist ein Prozess. Und manchmal beginnt die eigentliche Auseinandersetzung erst dann, wenn man wieder zuhause ist.
Text: Klaus Fiolka / Don Bosco Zentrum Regensburg
