Licht, Stille und neue Freundschaften: Eine eindrucksvolle Woche in Taizé

Veröffentlicht am: 12. Mai 2026

Vom 24. bis 29. März nahmen 18 Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums Regensburg gemeinsam mit zwei Lehrkräften und den zwei Mitgliedern der Salesianer Don Boscos (SDB) Banraplang Nongrum und David Thongnibah an einer intensiven Bibelwoche in Taizé, Frankreich, teil. Zusammen mit fast 400 jungen Pilgerinnen und Pilgern aus verschiedenen Schulen und Städten – vor allem aus Deutschland, darunter Regensburg, Berlin und Paderborn – erlebten sie eine Woche voller Gebet, Reflexion, Dienst und Gemeinschaft.

Taizé, ein kleines Dorf in Burgund in Frankreich, ist weltweit bekannt als ein Ort des Friedens, der Stille und der geistlichen Erneuerung. Jedes Jahr reisen Tausende junger Menschen dorthin, um den besonderen Lebensrhythmus zu erfahren, der ganz auf Gebet und Gemeinschaft ausgerichtet ist. Da der Aufenthalt in der Woche vor der Karwoche stattfand, stand die gesamte Bibelwoche unter dem Thema des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Jesu – eine wertvolle geistliche Vorbereitung auf Ostern.

Herzlicher Empfang in Taizé

Am 24. März kam die Gruppe aus Regenburg in Taizé an. Von Anfang an war die friedliche Atmosphäre und die herzliche Aufnahme besonders beeindruckend. Jeder Morgen begann um 8:00 Uhr mit dem Morgengebet in der Versöhnungskirche, gefolgt vom Frühstück. Das Gebet war geprägt von meditativen Gesängen, Schriftlesungen und stillen Momenten, die halfen, den Tag ruhig und bewusst zu beginnen.

Tiefgehender Tagesrhythmus mit Workshops, Gesprächsgruppen und Gebet

Um 10:00 Uhr führten die freiwilligen Helfer in das biblische Tagesthema ein. Diese Impulse konzentrierten sich auf das Geheimnis der Karwoche und die Hoffnung der Auferstehung. Nach dieser Einführung folgte eine Zeit persönlicher Reflexion, bevor sich alle in Kleingruppen zum Bibelteilen trafen. Diese Gesprächsgruppen wurden zu einem der bedeutendsten Teile der Woche. Die Schülerinnen und Schüler wurden in gemischte Gruppen mit jungen Menschen aus verschiedenen Schulen, Städten und Ländern eingeteilt. Obwohl sich viele vorher nicht kannten, entstanden schnell offene und ehrliche Gespräche.

Um 12:20 Uhr versammelten sich alle erneut zum Mittagsgebet, gefolgt vom Mittagessen. Die Nachmittage waren geprägt von Workshops, Gruppengesprächen und praktischen Aufgaben, die ein wichtiger Teil des gemeinschaftlichen Lebens waren. Die Regensburger Gruppe half beim Reinigen der Umgebung, beim Abwischen der Tische, beim Fegen der Böden, beim Putzen der Toiletten und WC-Anlagen, beim Verteilen von Tee sowie beim Abwasch. Diese einfachen Dienste zeigten, dass auch Dienstbereitschaft und Demut eine Form des Gebets sein können.

Die Workshops boten die Möglichkeit, Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen kennenzulernen und sich intensiver mit Themen des Glaubens und des Friedens auseinanderzusetzen. Am Freitagabend fand vor dem regulären Abendgebet ein besonderes stilles Friedensgebet statt, das für viele ein sehr eindrucksvoller Moment war.

Jeder Abend endete mit dem bekannten Taizé-Abendgebet, bei dem Gesang, Stille und Gemeinschaft eine tief geistliche Atmosphäre schufen. Am Samstagabend machte das besondere Lichtergebet mit Kerzen diese Erfahrung noch eindrucksvoller. Das sanfte Kerzenlicht in der Kirche, verbunden mit den Gesängen und der Stille, schuf eine unvergessliche Atmosphäre.

Starke Gemeinschaft in nur kurzer Zeit

Das gemeinsame Leben in Taizé bedeutete auch, Mahlzeiten, Verantwortung und Alltag miteinander zu teilen. Das starke Gemeinschaftsgefühl ließ aus Fremden innerhalb weniger Tage Freunde werden. Besonders berührend war zu sehen, wie aktiv sich junge Menschen auf Gebet und Bibelteilen einließen. Auch ohne sich vorher zu kennen, nahmen sie mit großer Offenheit am Leben der Gemeinschaft teil. Die Ehrlichkeit, Freude und das gegenseitige Vertrauen machten diese Woche zu etwas ganz Besonderem.

„Pilgerreise des Vertrauens auf der Erde“

Am 29. März ging es mit einem erneuerten Gefühl von Glauben, Frieden und Verbundenheit zurück nach Regensburg. Taizé wird oft als eine „Pilgerreise des Vertrauens auf der Erde“ bezeichnet – und genau das wurde für die Gruppe Wirklichkeit. Es war eine Erfahrung, die man bewahren muss: eine Woche, die gezeigt hat, wie tief Glaube durch Einfachheit, Stille, Gebet und gemeinsames Leben wachsen kann.

Text: Banraplang Nongrum
Fotos: DBZ Regensburg