„Ja“ zu einem Leben im Geiste Don Boscos

Veröffentlicht am: 26. April 2026

David Thongnibah (30) hat am 26. April 2026 in der Kirche des Don Bosco Zentrums Regensburg seine Ewigen Gelübde als Salesianer Don Boscos abgelegt. Er versprach in einem feierlichen Gottesdienst vor seinem Ordensoberen, Provinzial P. Reinhard Gesing, ein Leben in Gehorsam, Armut und eheloser Keuschheit. Damit stellt er sich dauerhaft in den Dienst der Ordensgemeinschaft – und der jungen Menschen, für die sich die Salesianer einsetzen.

Von Nordostindien bis nach Regensburg

David Thongnibah wuchs in Indien, genauer im Dorf Marshan Nongrim, Nongstoin, Meghalaya als zehntes von elf Kindern auf. Neben der Schule half er seiner Familie auf dem Bauernhof. Für die weiterführende Schule besuchte er bis zur zehnten Klasse die St. Mary’s Higher Secondary School in Rangblang und lebte im Internat der Salesianer-Gemeinde. In Shillong im Savio Juniorate Aspirant absolvierte er die elfte und zwölfte Klasse. Von 2015 bis 2016 war er im Vor-Noviziat Mariam Nagar in Tripura, Indien und von 2016 bis 2017 im Sunny Side Noviziat in Shillong, Meghalaya, wo er am 24. Mai seine erste Profess ablegte.

Von 2017 bis 2020 studierte er Philosophie und Soziologie am Salesian College Dimapur in Nagaland und schloss das erste Hauptfach Soziologie mit einem Bachelor ab. Anschließend machte er von 2020 bis 2022 ein zweijähriges Praktikum in der Salesianischen Pfarrei und Schule Baijalbari, Tripura. Im November 2022 kam er nach Deutschland und wohnte im Salesianum in München, wo er am Goethe-Institut neun Monate lang Deutsch lernte. Seit September 2023 lebt er in der Gemeinschaft Regensburg, wo er weiterhin Deutsch lernt und sein Theologiestudium am Priester Seminar Rudolphinum Regensburg fortsetzt.

Sein salesianischer Weg

Seine erste Begegnung mit den Salesianern hatte er bereits als Kind in seinem Heimatdorf. Sein Cousin ist ebenfalls Salesianerpriester und eine seiner Schwestern ist Ordensfrau bei den Don Bosco Schwestern. In seiner Zeit im Internat lernte er den Orden noch weiter kennen: Er engagierte sich in vielfältigen Aktivitäten und unterstützte die dortige Pfarrei in zahlreichen Bereichen. So übernahm er unter anderem die Verantwortung für die Sakristei, leitete Gebete und Gesang und beteiligte sich an sportlichen Angeboten. Zudem begleitete er die Priester bei Haussegnungen, Hausbesuchen, Friedhofseinsegnungen sowie Krankenbesuchen.

In seinen letzten beiden Jahren im Internat widmete er sich verstärkt der Betreuung der Jüngeren. Er unterstützte sie dabei, ihren Tagesablauf einzuhalten, übertrug ihnen Aufgaben und sorgte dafür, dass neben dem Spielen auch tägliche körperliche Betätigung sowie Ordnung und Sauberkeit nicht zu kurz kamen.

„Ich bin ein Mensch, der viel träumt.“

Den Wunsch, Priester zu werden, hatte er schon seit der vierten oder fünften Klasse. „Ich bin ein Mensch, der viel träumt“, sagt Thongnibah. „Einige dieser Träume haben mich dazu gebracht, mehr über meine Berufung nachzudenken.“ In seiner Zeit im Internat bei den Salesianern hat er die Salesianer und Don Bosco näher kennengelernt. Dadurch merkte er, dass er das Leben als Salesianer führen möchte. „Mir gefällt ihre Lebensweise, das Gemeinschaftsleben, ihre Arbeit und wie sie mit den Menschen - insbesondere mit den Jugendlichen - umgehen, für sie da sind und sich für sie einsetzen.“ Die Kranken zu besuchen, die Heilige Messe feiern zu können, besonders an Orten, an denen die Menschen weniger Gelegenheit haben, zur Messe zu gehen: Das sind die Gründe, warum er sich für den Rest seines Lebens als Salesianer und später als Priester engagieren möchte - um mehr Seelen zu Gott zu führen.

Glücklich sein, anderen und Gott mit Freude dienen

Seine zukünftige Rolle als Salesianer sieht er darin, das Charisma und den Geist Don Boscos weiterzutragen, um seine Ziele zu verwirklichen: „Mein ganzes Leben für andere zu geben, wie Don Bosco sagte: ‚Gebt mir Seelen und nehmt mir den Rest.‘“

Einen festen Leitsatz, der seinen Weg bestimmt, sieht er für sich nicht. Dennoch orientiert er sich an einer Überzeugung, die ihn prägt: „Sei glücklich“, wie es Giovanni Don Bosco formulierte, und zugleich an dem biblischen Wort: „Diene dem Herrn mit Freude.“ Heute würde er diesen Gedanken so zusammenfassen: glücklich sein, anderen und Gott mit Freude dienen. Wenn ihm das gelinge, betrachte er sein Leben als erfüllt.

Text: Mona Stangl
Fotos: Klaus D. Wolf